Welche häufigen falschen Freunde gibt es im Englischen
Welche häufigen falschen Freunde gibt es im Englischen
Falsche Freunde sind Wörter in zwei Sprachen, die ähnlich aussehen oder klingen, aber etwas anderes bedeuten. Zwischen Deutsch und Englisch führen sie besonders oft zu Fehlern, weil die Wortform vertraut wirkt und die Bedeutung trotzdem nicht passt.
Die häufigsten falschen Freunde auf einen Blick
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bekommen – become
Das deutsche „bekommen“ bedeutet erhalten oder bekommen. Das englische „become“ heißt werden.
Ein typischer Fehler ist daher: „I want to become a doctor“ wird nicht zu „Ich möchte einen Arzt bekommen“, sondern zu „Ich möchte Arzt werden“ 1. -
bilden – build
„Bilden“ bedeutet im Deutschen formen, entwickeln oder ausbilden. „Build“ heißt bauen.
„A museum is being built here“ wird also nicht mit „Hier wird ein Museum gebildet“ übersetzt, sondern mit „Hier wird ein Museum gebaut“ 1. -
als – as
„Als“ hat im Deutschen mehrere Funktionen, vor allem im Vergleich: „größer als“.
Das englische „as“ funktioniert anders und ist nicht einfach das direkte Gegenstück zu „als“. Wer beide Sprachen mischt, produziert leicht Sätze, die grammatisch falsch wirken 1. -
also – also
Das deutsche „also“ bedeutet folglich, deshalb oder demnach. Das englische „also“ bedeutet auch.
„Ich habe auch einen Pullover“ heißt auf Englisch „I also have a sweater“, nicht „I have also a sweater“ im deutschen Sinn 1. -
brav – brave
„Brav“ bedeutet im Deutschen artig, lieb oder gut erzogen.
Das englische „brave“ heißt tapfer oder mutig 2. -
Gift – gift
„Gift“ ist im Deutschen ein gefährlicher Stoff oder ein Giftstoff.
Das englische „gift“ bedeutet Geschenk. Gerade dieses Paar ist besonders heikel, weil die Bedeutung fast gegenteilig wirkt 5. -
Gymnasium – gymnasium
Im Deutschen ist das „Gymnasium“ eine weiterführende Schule.
Im Englischen meint „gymnasium“ eine Turnhalle oder eine Sporthalle 5. -
Lemon – Limone
„Limone“ bedeutet im Deutschen meist Limette.
Das englische „lemon“ heißt Zitrone 5. -
See – sea
Das deutsche „See“ kann je nach Artikel zwei verschiedene Dinge meinen: der See ist ein See im Sinn von lake, die See ist das Meer.
Im Englischen sind „lake“ und „sea“ klar getrennt. Genau diese Dreiteilung sorgt oft für Verwirrung, weil ein einziges deutsches Wort zwei englische Wörter abdecken kann 4. -
Ambulanz – ambulance
„Ambulanz“ bezeichnet im Deutschen eine medizinische Einrichtung oder Notaufnahme im Krankenhaus.
Das englische „ambulance“ ist dagegen der Krankenwagen 5.
Warum falsche Freunde so leicht täuschen
Falsche Freunde sind tückisch, weil das Gehirn beim Lesen und Hören oft zuerst auf Ähnlichkeit reagiert. Ein Wort, das vertraut aussieht, wird schnell automatisch mit der mutmaßlich passenden Bedeutung verknüpft. Gerade bei Deutsch und Englisch ist das besonders häufig, weil beide Sprachen viele gemeinsame Wortwurzeln haben und deshalb viele Paare fast identisch wirken, obwohl sie historisch auseinandergegangen sind.
Ein Beispiel ist „Gift/gift“: Die Schreibweise ist fast gleich, die Bedeutung aber komplett verschieden. Bei „brav/brave“ ist die Täuschung noch subtiler, weil beide Wörter positiv klingen, aber unterschiedliche Eigenschaften beschreiben. Solche Unterschiede fallen im Gespräch oft erst auf, wenn der Satz schon missverständlich geworden ist.
Welche Fehler im Alltag besonders oft passieren
Viele falsche Freunde tauchen nicht in isolierten Wortlisten auf, sondern in typischen Alltagssätzen. Genau dort entstehen Missverständnisse:
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„Ich bin in der Ambulanz.“
Im Deutschen kann das eine Krankenhausabteilung meinen. Im Englischen wäre „I am in the ambulance“ der Krankenwagen. -
„Er ist sehr brav.“
Das bedeutet nicht „He is very brave“, sondern eher „He is very well-behaved“ oder „He is a good boy“. -
„Das ist ein Gift.“
Im Englischen wäre „That is a gift“ ein Geschenk, nicht etwas Gefährliches. -
„Wir bauen das Museum.“
Im Englischen ist „We are building the museum“ korrekt; „bilden“ wäre hier falsch. -
„Ich möchte Arzt werden.“
„Become a doctor“ ist die richtige englische Form, während „bekommen“ die falsche deutsche Entsprechung wäre.
Solche Fehler sind nicht nur peinlich, sondern können den Sinn eines Satzes vollständig kippen. Im medizinischen, schulischen oder technischen Kontext ist Präzision besonders wichtig.
Wie falsche Freunde sicher erkannt werden
Der wichtigste Schutz gegen falsche Freunde ist der Kontext. Ein einzelnes Wort sollte nie nur nach Ähnlichkeit übersetzt werden. Drei Fragen helfen besonders zuverlässig:
- Passt die Bedeutung in den Satz?
- Passt das Wort zu seiner typischen Wortart und Verwendung?
- Klingt die Übersetzung im Zielkontext natürlich?
Bei „become“ hilft zum Beispiel der Satzbau: Im Englischen steht das Wort oft vor einem Berufs- oder Zustandswechsel, also „become a teacher“, „become stronger“, „become famous“. Das deutsche „bekommen“ hat dagegen mit Erhalten zu tun: „einen Brief bekommen“, „eine Nachricht bekommen“.
Auch Lautähnlichkeit ist kein sicherer Anker. „Also“ sieht vertraut aus, funktioniert aber völlig anders. Wer sich nur auf die Form verlässt, übersetzt schnell in die falsche Richtung.
Merksätze für die häufigsten Paare
Ein paar kurze Zuordnungen helfen im Gedächtnis:
- bekommen = erhalten, become = werden
- bilden = formen, build = bauen
- also = folglich, also = auch
- brav = artig, brave = tapfer
- Gift = Giftstoff, gift = Geschenk
- Gymnasium = weiterführende Schule, gymnasium = Turnhalle
- Lemon = Zitrone, Limone = Limette
- der See = See, die See = Meer
- Ambulanz = Notaufnahme, ambulance = Krankenwagen
Solche Zuordnungen sind besonders nützlich beim schnellen Sprechen, weil sie in Sekunden abrufbar sein müssen. Aktive Gesprächspraxis beschleunigt genau diesen Abruf, weil Wörter nicht nur erkannt, sondern unter Zeitdruck korrekt verwendet werden.
Häufige Verwechslungen bei Orts- und Schulbegriffen
Besonders problematisch sind Wörter, die im Deutschen institutionelle oder administrative Bedeutungen haben, im Englischen aber etwas Alltäglicheres meinen. Dazu gehören vor allem:
- Gymnasium
- Ambulanz
- See
Diese Wörter kommen im Gespräch oft in Alltagssituationen vor: Schule, Arztbesuch, Urlaub, Landschaftsbeschreibung. Gerade deshalb lohnt sich bei ihnen besondere Vorsicht. Ein deutscher Satz wie „Mein Sohn geht aufs Gymnasium“ darf im Englischen nicht wörtlich übernommen werden, weil der Hörer sonst an Sport denkt.
Häufige Verwechslungen bei positiven und negativen Wörtern
Ein zweites Problemfeld sind Wörter, deren emotionale Wirkung auseinanderläuft. „Gift“ und „brave“ sind gute Beispiele dafür:
- Gift wirkt für deutschsprachige Lernende zunächst harmlos, ist im Englischen aber etwas Positives.
- Brave klingt wie ein Lob im Deutschen, beschreibt im Englischen aber vor allem Mut.
Solche Paare sind für missverständliche Situationen besonders anfällig, weil sie nicht nur falsch, sondern manchmal sogar unpassend freundlich oder unpassend bedrohlich wirken können. In E-Mails, im Unterricht oder im Kundengespräch kann das die Tonlage eines ganzen Satzes verändern.
Kurzregel: Nicht nach Form, sondern nach Gebrauch lernen
Die zuverlässigsten Lernpaare sind nicht die, die ähnlich aussehen, sondern die, die in echten Sätzen zusammen mit ihrem typischen Kontext gelernt werden. Wer „become a doctor“, „build a house“, „also means too“ oder „an ambulance arrives“ als feste Kombination speichert, vermeidet viele Fehler automatisch.
Für Englischlernende ist daher nicht nur das einzelne Wort wichtig, sondern die vollständige Phrase. Genau dort zeigt sich, ob ein Wort wirklich verstanden wurde.
Verweise
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bekommen/become, bilden/build, als/as, also/also / DaF-Snack # 006
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Top 10 englische “False Friends” (Oberstufe) - bessere Texte