Welche häufigen falschen Freunde gibt es im Englischen
Falsche Freunde sind Wörter in verschiedenen Sprachen, die ähnlich aussehen oder klingen, aber unterschiedliche Bedeutungen haben. Zwischen Deutsch und Englisch gibt es einige besonders häufige Beispiele, die im Gespräch, beim Schreiben und beim Übersetzen schnell zu Missverständnissen führen können.
Warum falsche Freunde so tückisch sind
Falsche Freunde wirken auf den ersten Blick vertraut. Gerade Lernende lesen ein Wort und greifen automatisch auf die Bedeutung in der Muttersprache zurück. Das spart zwar Zeit, führt aber oft zu Sätzen, die im Englischen falsch oder unnatürlich klingen.
Im Deutschen und Englischen sind solche Verwechslungen besonders häufig, weil beide Sprachen viele gemeinsame historische Wurzeln haben, aber die Wörter sich in der Bedeutung auseinanderentwickelt haben. Genau deshalb sind falsche Freunde so lernwirksam: Wer sie einmal bewusst erkennt, vermeidet typische Fehler in ganzen Satzmustern.
Häufige falsche Freunde zwischen Deutsch und Englisch
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bekommen – become
Im Deutschen bedeutet „bekommen“ erhalten, während das englische „become“ „werden“ heißt. Beispiel: „I want to become a doctor“ wird oft falsch mit „Ich möchte einen Arzt bekommen“ übersetzt 1. Im Englischen ist hier „Ich möchte Arzt werden“ die richtige Bedeutung. -
bilden – build
Das deutsche „bilden“ bedeutet formen oder gestalten, während das englische „build“ bauen heißt. Beispiel: „A museum is being built here“ sollte nicht mit „Hier wird ein Museum gebildet“ übersetzt werden 1. „Bilden“ passt eher zu Zusammenhängen wie eine Gruppe bilden oder sich eine Meinung bilden. -
als – as
Im Deutschen wird „als“ oft im Vergleich verwendet, zum Beispiel „größer als“, während im Englischen „as“ anders gebraucht wird. Ein häufiger Fehler ist die Übernahme von „as… as…“, was im Deutschen nicht korrekt ist 1. Im Deutschen heißt der Vergleich meist schlicht „so … wie“ oder „mehr … als“, je nach Struktur. -
also – also
Das deutsche „also“ bedeutet folglich oder demnach, während das englische „also“ auch heißt. Beispiel: „Ich habe auch einen Pullover“ wird oft falsch mit „Ich habe also einen Pullover“ übersetzt 1. Im Englischen wäre „I also have a sweater“ gemeint, während das deutsche „also“ eher „deshalb“ oder „somit“ ausdrückt. -
brav – brave
Im Deutschen bedeutet „brav“ artig oder gut erzogen, während das englische „brave“ tapfer heißt 2. Ein „braves Kind“ ist also nicht „a brave child“ im Sinn von mutig, sondern eher „a well-behaved child“. -
Gift – gift
Das deutsche Wort „Gift“ bedeutet Giftstoff oder etwas Gefährliches, während das englische „gift“ Geschenk heißt. Ein schwerwiegender Fehler in der Übersetzung 5. In der Alltagssprache kann das zu besonders peinlichen Missverständnissen führen, etwa wenn ein deutsches „Gift“ in einem englischen Kontext fälschlich positiv verstanden wird. -
Gymnasium – gymnasium
Im Deutschen bezeichnet „Gymnasium“ eine weiterführende Schule (High School), während das englische Wort „gymnasium“ eine Turnhalle meint 5. Wer auf Englisch über die deutsche Schulform sprechen will, sagt meist „secondary school“ oder erklärt genauer, dass es sich um eine college-preparatory school handelt. -
Lemon – Limone
Das deutsche Wort „Limone“ meint Limette, während das englische Wort „lemon“ Zitrone bedeutet 5. Gerade bei Obst, Getränken und Rezepten lohnt sich deshalb ein genauer Blick, weil ähnliche Bezeichnungen im Alltag schnell falsch übertragen werden. -
See – sea
Das deutsche Wort „See“ kann je nach Artikel entweder See (lake) oder Meer (sea) bedeuten. Im Englischen ist es wichtig, zwischen „lake“ und „sea“ zu unterscheiden 4. Ein „See“ mit dem Artikel „der“ ist ein Gewässer wie der Bodensee, während „die See“ das Meer meint. -
Ambulanz – ambulance
Im Deutschen bezeichnet „Ambulanz“ eine Notaufnahme im Krankenhaus und nicht den Krankenwagen (ambulance) wie im Englischen 5. Für den Krankenwagen sagt man auf Englisch „ambulance“, für die Notaufnahme je nach Land und Kontext „emergency room“, „A&E“ oder „ER“.
Weitere häufige falsche Freunde, die im Unterricht oft auftauchen
Neben den bekanntesten Beispielen gibt es viele weitere Wörter, die regelmäßig zu Fehlern führen:
- aktuell – actual: „aktuell“ heißt gegenwärtig oder derzeit, „actual“ bedeutet im Englischen wirklich oder tatsächlich.
- eventuell – eventually: „eventuell“ heißt möglicherweise, „eventually“ bedeutet schließlich oder am Ende.
- eventuell wird deshalb im Englischen fast nie mit „eventually“ wiedergegeben, obwohl die Wörter sehr ähnlich aussehen.
- kontrollieren – control: „kontrollieren“ heißt überprüfen oder prüfen, während „control“ im Englischen oft steuern, beherrschen oder kontrollieren im engeren Sinn bedeutet.
- sensibel – sensible: „sensibel“ bedeutet empfindsam, „sensible“ heißt vernünftig oder sinnvoll.
- chef – chef: Im Deutschen ist ein „Chef“ der Vorgesetzte; im Englischen ist ein „chef“ ein Koch.
- Probe – probe: „Probe“ heißt auf Deutsch Test oder Versuch, während „probe“ im Englischen eher Untersuchung oder Sonde bedeutet.
- parent – Parent: Auf Englisch heißt „parent“ Elternteil; das deutsche „Parent“ ist im Alltag nicht üblich und kann anders verstanden werden.
- magazine – Magazin: Im Englischen ist „magazine“ ein Heft oder eine Zeitschrift, im Deutschen kann „Magazin“ je nach Kontext ein Lagerraum oder ein Medienformat sein.
Solche Wörter sind besonders wichtig, weil sie nicht nur im Wörterbuch, sondern auch in Alltagsgesprächen, E-Mails und Prüfungen immer wieder vorkommen.
Wie falsche Freunde sicher erkannt werden
Die wichtigste Regel lautet: Nicht die Form, sondern die Bedeutung im Satz entscheidet. Ein vertraut aussehendes Wort sollte immer im Kontext geprüft werden, besonders wenn es in beiden Sprachen ähnlich geschrieben wird.
Drei einfache Strategien helfen im Alltag:
- Kontext lesen: Ein Wort ist oft erst im ganzen Satz eindeutig.
- Beispielsätze merken: Ein konkreter Satz bleibt leichter im Gedächtnis als eine isolierte Wortliste.
- Aktiv sprechen oder schreiben: Wer Wörter in echten Sätzen benutzt, merkt schneller, welche Bedeutungen natürlich klingen. Regelmäßige Gesprächspraxis beschleunigt diesen Abgleich deutlich mehr als passives Wiederholen von Wortlisten.
Kurzfazit
Falsche Freunde zwischen Deutsch und Englisch sind kein Randthema, sondern eine häufige Fehlerquelle beim Sprechen und Übersetzen. Besonders Wörter wie Gift, Gymnasium, actually/aktuell oder eventually/eventuell zeigen, dass Ähnlichkeit keine sichere Bedeutungsgarantie ist.
Wer diese Wörter bewusst lernt und im Satz prüft, baut nicht nur Wortschatz auf, sondern gewinnt auch mehr Sicherheit in realen Gesprächssituationen.
Verweise
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bekommen/become, bilden/build, als/as, also/also / DaF-Snack # 006
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Top 10 englische “False Friends” (Oberstufe) - bessere Texte