Die Herausforderungen beim Englisch Lernen: Was macht es so schwierig?
Der schwierigste Teil beim Englischlernen ist oft die Aussprache, da es keine direkte Beziehung zwischen der Schreibweise und der Aussprache gibt. Die englische Sprache hat viele unregelmäßige Verben und Eigenheiten in der Rechtschreibung, was das Lernen zusätzlich erschwert. Außerdem stellen idiomatische Ausdrücke und das Hörverstehen, insbesondere wegen der schnellen und oft unterschiedlichen Sprechweisen von Muttersprachlern, eine große Herausforderung dar. Auch die korrekte Verwendung und das sichere Schreiben schwieriger Wörter sind häufig schwierige Aspekte beim Lernen von Englisch. 1 2 3 4
Schwierige Bereiche im Detail
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Aussprache und Rechtschreibung: Viele englische Wörter werden nicht so ausgesprochen, wie sie geschrieben werden, was Verwirrung schafft. Zum Beispiel klingen die Wörter „dough“ und „cough“ sehr unterschiedlich, obwohl sie ähnlich geschrieben sind. Die englische Aussprache hat sich unter Einflüssen vieler anderer Sprachen entwickelt, was sie unregelmäßig macht. 2
Zusätzlich zu den unregelmäßigen Laut-Buchstaben-Beziehungen kommen Phänomene wie das sogenannte „Schwa“-Laut vor, ein sehr häufiges, unbetontes Vokalgeräusch, das in vielen Wörtern unterschiedlich klingt („about“, „sofa“). Lernende haben oft Schwierigkeiten, diesen Laut richtig zu erkennen und auszusprechen, da er in ihren Ausgangssprachen womöglich nicht existiert.
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Grammatik und unregelmäßige Verben: Das Englische hat viele unregelmäßige Verben, die vom Lernenden auswendig gelernt werden müssen, z.B. „read“, das in der Vergangenheit gleich geschrieben, aber anders ausgesprochen wird. 2
Darüber hinaus verwirren oft Zeitformen und die Bildung von Fragen und Negationen, die im Vergleich zu romanischen Sprachen oder deutsch anderen Strukturen folgen. Zum Beispiel die Hilfsverben „do“ und „have“ im Present Perfect oder Simple Past sind für völlig neue Muster zu lernen.
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Idiome und Redewendungen: Redewendungen wie „it’s raining cats and dogs“ sind für Lernende oft verwirrend, weil sie nicht wörtlich zu verstehen sind. 2
Diese Ausdrücke sind häufig kulturell gebunden und können nicht direkt übersetzt werden. Ihre Verwendung hängt vom Kontext, von Region und Umgangssprache ab, was für Lernende zusätzliche Unsicherheit schafft. Manche idiomatische Wendungen nehmen auch humorvolle oder metaphorische Bedeutungen an, was die Interpretation erschwert.
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Hörverstehen: Das Verstehen von gesprochenem Englisch gilt als besonders schwierig, da Muttersprachler oft schnell sprechen, verschiedene Akzente haben und Umgangssprache benutzen. 4
Ein zusätzlicher Stolperstein sind die zahlreichen englischen Dialekte und Akzente weltweit, wie britisches Received Pronunciation, Cockney, amerikanisches Southern English oder australisches Englisch, die sich stark in Aussprache und Vokabular unterscheiden können. Für Lernende, die hauptsächlich Lernermaterialien mit „neutralem“ Englisch hören, kann der Sprung zu realen Gesprächssituationen deshalb schwer sein.
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Schwierige Wörter: Es gibt viele englische Wörter, die schwer zu buchstabieren und auszusprechen sind, wie „necessary“, „embarrassed“ oder „squirrel“.
Konkrete Probleme ergeben sich oft durch Doppelkonsonanten, stille Buchstaben („knight“, „psychology“) oder Wortteile mit mehreren möglichen Aussprachen („gh“ in „enough“, „though“, „through“). Das führt zu Unsicherheiten beim Schreiben und Sprechen.
Häufige Fehler und Missverständnisse beim Englischlernen
Bei der Beschäftigung mit Englisch treten immer wieder typische Fehler auf, die die Lernenden oft verwirren:
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Falsche Anwendung von Zeitformen: Viele Lernende verwechseln Present Perfect und Simple Past, insbesondere im deutschen Sprachraum, da im Deutschen nicht dieselbe Unterscheidung gemacht wird.
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Verwechslung von „make“ und „do“: Beide Verben bedeuten auf Deutsch oft „machen“, doch ihre Verwendung im Englischen folgt festen Regeln, die nicht intuitiv erscheinen.
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Probleme mit Präpositionen: Präpositionen wie „in“, „on“, „at“ oder „for“, „to“ haben viele Bedeutungen und lassen sich nicht immer eins zu eins übersetzen, was häufig zu Fehlern führt.
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Aussprachefehler bei „th“-Lauten: Die Laute [θ] und [ð], wie in „think“ oder „this“, existieren nicht in vielen Sprachen und werden oft falsch ersetzt, was manchmal die Verständlichkeit beeinträchtigt.
Warum ist Englisch trotz der Schwierigkeiten so weit verbreitet?
Englisch wird als Weltsprache in vielen Bereichen wie Wissenschaft, Wirtschaft, Medien und Internet genutzt, was Lernanreize schafft. Trotzdem ist es oft herausfordernd, ein hohes Niveau zu erreichen. Die Breite an regionalen Varianten, der Einfluss anderer Sprachen im Wortschatz (z.B. Französisch, Latein, Altenglisch, Skandinavisch) sowie der schnelle Wandel durch moderne Medien sorgen für ständige Anpassung beim Lernen.
Strategien zur Überwindung der Herausforderungen
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Gezieltes Aussprachetraining: Zum Beispiel mithilfe von phonetischen Alphabeten (IPA) und Hörvergleichen kann die Aussprache systematisch verbessert werden.
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Systematisches Lernen der unregelmäßigen Verben: Mit Karteikarten oder Apps lässt sich dieser Wortschatz gut einprägen.
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Regelmäßiges Hörtraining mit authentischem Material: Hörbücher, Podcasts und Filme zeigen verschiedene Akzente und Sprechgeschwindigkeiten.
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Kontextuelles Lernen von Idiomen: Anstatt isoliert, sollten Redewendungen im Zusammenhang mit Situationen eingeübt werden, um Verständnis und Anwendung zu fördern.
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Schreibübungen und Diktate: Diese helfen, schwierige Wörter und Rechtschreibregeln zu internalisieren.
Diese Ansätze tragen dazu bei, typische Schwierigkeiten Schritt für Schritt abzubauen und zu einem selbstbewussteren Umgang mit der englischen Sprache zu führen.