Die Herausforderungen beim Englisch Lernen: Was macht es so schwierig?
Die Herausforderungen beim Englisch Lernen: Was macht es so schwierig?
Der schwierigste Teil beim Lernen von Englisch liegt für viele Lernende oft im Umgang mit komplexen sprachlichen Einheiten wie Phraseologismen, also Redewendungen, Kollokationen und Sprichwörtern. Diese sind schwer, weil ihre Bedeutung häufig nicht direkt aus den einzelnen Worten erschlossen werden kann. Auch die Grammatik wird oft als Herausforderung genannt, insbesondere das gut Verständigen und Anwenden grammatischer Strukturen. Insgesamt sind die Bedeutungsvielfalt, idiomatische Ausdrücke und grammatikalische Besonderheiten oft die größten Hürden beim Englischlernen.
Warum Redewendungen so schwer zu lernen sind
Gerade im Englischen begegnen Lernende sehr früh Ausdrücken, die man nicht wörtlich übersetzen kann. Wer zum Beispiel jedes Wort einzeln versteht, versteht die Gesamtbedeutung trotzdem nicht automatisch. Das führt schnell zu Verwirrung, besonders wenn ähnliche Ausdrücke in der Muttersprache ganz anders gebildet werden.
Typische Probleme sind:
- Wörtliche Übersetzung funktioniert nicht
- Mehrere Bedeutungen eines Wortes
- Unterschiede zwischen formeller und umgangssprachlicher Sprache
- Kulturell geprägte Ausdrücke, die man nur mit Kontext versteht
Ein Satz wie „It’s raining cats and dogs“ ist ein gutes Beispiel dafür: Die Wörter sind bekannt, die Bedeutung aber erst im Ganzen verständlich. Genau diese Lücke zwischen Wortwissen und Bedeutungsverstehen macht viele Lernende unsicher.
Kollokationen: Warum „richtige Wortkombinationen“ wichtig sind
Neben Redewendungen sind auch Kollokationen ein häufiger Stolperstein. Das sind typische Wortverbindungen, die im Englischen natürlich klingen, aber nicht immer logisch ableitbar sind. Man sagt zum Beispiel eher:
- make a decision statt „do a decision“
- strong coffee statt „powerful coffee“
- pay attention statt „give attention“
Solche Verbindungen müssen oft aktiv gelernt werden, weil sie im Alltag, in Texten und in Prüfungen ständig vorkommen. Wer sie nicht kennt, versteht zwar oft den groben Sinn, klingt beim Sprechen aber schnell unnatürlich.
Grammatik: Nicht nur Regeln, sondern auch Anwendung
Viele Lernende denken bei Grammatik zuerst an Regeln, Zeitformen und Ausnahmen. Das eigentliche Problem liegt jedoch oft nicht im Auswendiglernen, sondern im schnellen und sicheren Anwenden im Gespräch oder beim Schreiben. Englische Grammatik wirkt zunächst einfacher als in manchen anderen Sprachen, kann aber in der Praxis sehr anspruchsvoll sein.
Besonders schwierig sind häufig:
- die richtige Zeitform
- Present Perfect vs. Past Simple
- Artikel und Präpositionen
- Fragebildung und Satzstellung
- unregelmäßige Verben
Ein typisches Problem ist, dass Lernende Regeln zwar erkennen, sie aber nicht spontan abrufen können. Im Gespräch bleibt dann keine Zeit zum Nachdenken, und Fehler schleichen sich ein. Deshalb ist Grammatik nicht nur ein theoretisches Thema, sondern vor allem eine Frage der Automatisierung.
Weitere Gründe, warum Englischlernen herausfordernd ist
Die Vielfalt des Wortschatzes
Englisch hat einen sehr großen Wortschatz, der aus unterschiedlichen historischen Einflüssen entstanden ist. Dadurch gibt es oft mehrere Wörter mit ähnlicher Bedeutung, aber unterschiedlichem Stil oder Register. Ein Wort kann neutral, gehoben, umgangssprachlich oder regional gefärbt sein.
Das macht die Sprache reich, aber auch kompliziert. Lernende müssen nicht nur wissen, was ein Wort bedeutet, sondern auch wann es passend ist. Gerade beim Schreiben und Sprechen mit Muttersprachlern ist das wichtig, weil ein falsches Register schnell unnatürlich wirkt.
Aussprache und Rechtschreibung passen oft nicht zusammen
Ein weiterer Klassiker ist die englische Aussprache. Englisch wird nicht immer so geschrieben, wie es gesprochen wird. Das erschwert sowohl das Lesen als auch das Schreiben. Viele Wörter sehen ähnlich aus, werden aber anders ausgesprochen, und umgekehrt klingen manche Wörter gleich, haben aber völlig verschiedene Bedeutungen.
Typische Schwierigkeiten:
- stummes „e“
- uneinheitliche Laut-Buchstaben-Zuordnung
- ähnlich klingende Wörter
- unregelmäßige Betonung
Das führt dazu, dass Lernende beim Hören manchmal Wörter nicht erkennen und beim Schreiben unsicher sind. Gerade für Anfänger ist das eine große Hürde.
Unterschiedliche Varianten des Englischen
Englisch ist keine einheitliche, überall gleich gesprochene Sprache. Zwischen britischem, amerikanischem, kanadischem oder australischem Englisch gibt es Unterschiede in Wortschatz, Rechtschreibung und Aussprache. Dazu kommen regionale Besonderheiten und Umgangssprache.
Beispiele für Unterschiede:
- colour / color
- flat / apartment
- lift / elevator
Für Lernende bedeutet das: Man muss sich nicht nur an eine Sprachform gewöhnen, sondern oft an mehrere. Das ist nicht falsch oder problematisch, kann aber am Anfang verwirrend sein.
Typische Fehler beim Englischlernen
Viele Schwierigkeiten entstehen nicht nur durch die Sprache selbst, sondern auch durch typische Lernfehler. Wer diese kennt, kann gezielter lernen.
Häufige Stolperfallen
- Zu viel auf einzelne Wörter statt auf ganze Wendungen achten
- Grammatik isoliert lernen, ohne sie im Satz anzuwenden
- Wort für Wort aus der Muttersprache übertragen
- Zu selten hören und sprechen
- Sich nur auf Perfektion konzentrieren statt auf Kommunikation
Ein besonders verbreiteter Irrtum ist, dass man Englisch erst dann sprechen sollte, wenn man „genug“ Grammatik beherrscht. In Wirklichkeit lernen viele am effektivsten, wenn sie von Anfang an einfache, aber echte Sätze benutzen und ihr Wissen schrittweise erweitern.
Wie man die größten Hürden besser bewältigt
Die gute Nachricht ist: Die meisten Herausforderungen lassen sich mit einer klaren Lernstrategie deutlich leichter machen.
Praktische Lernstrategien
- Redewendungen immer im Kontext lernen
- Kollokationen als feste Wortpaare oder Wortgruppen notieren
- Grammatik in kurzen Beispielsätzen üben
- Regelmäßig hören, lesen, sprechen und schreiben
- Fehler als normalen Teil des Lernprozesses akzeptieren
Besonders hilfreich ist es, nicht nur Vokabeln zu sammeln, sondern komplette Sätze zu lernen. So prägen sich Wortverbindungen, Satzrhythmus und Grammatik gleichzeitig ein. Das verbessert sowohl das Verständnis als auch die aktive Sprachproduktion.
Sinnvoller Aufbau beim Lernen
Ein guter Lernweg kann so aussehen:
- Grundwortschatz und häufige Satzmuster lernen
- Einfache Redewendungen und Kollokationen hinzufügen
- Grammatik in Alltagssituationen anwenden
- Hörverstehen mit authentischen Materialien trainieren
- Regelmäßig selbst sprechen und schreiben
So entsteht Schritt für Schritt ein natürliches Sprachgefühl. Wer Englisch nicht nur als Sammlung von Regeln, sondern als lebendige Sprache betrachtet, macht oft schneller Fortschritte.
Fazit: Englisch ist nicht schwer wegen eines einzigen Problems
Englischlernen ist vor allem deshalb schwierig, weil mehrere Ebenen gleichzeitig gemeistert werden müssen: Bedeutung, Grammatik, Aussprache, Wortverbindungen und Sprachgebrauch. Besonders Phraseologismen, Kollokationen und grammatische Strukturen machen vielen Lernenden zu schaffen. Wer diese Bereiche gezielt trainiert und geduldig bleibt, kann die größten Hürden jedoch gut überwinden.
Verweise
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Die Didaktisierung von Phraseologismen im DaF-Unterricht anhand multimodaler Texte
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Zu einigen grammatischen Erscheinungen im Schreiben Some of the Grammatical Rules of Writing
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ZUM EINSATZ DER STUDY PAGES IN EINEM ZWEISPRACHIGEN WÖRTERBUCH IM DAF-UNTERRICHT
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