Wie unterscheiden sich die Schreibweisen amerikanischer und britischer Wörter
Die Schreibweisen amerikanischer und britischer Wörter unterscheiden sich vor allem bei Wortendungen und einigen Buchstabenkombinationen. Der wichtigste Unterschied besteht darin, dass amerikanisches Englisch tendenziell vereinfachte Schreibweisen verwendet, während britisches Englisch oft traditionelle Formen bewahrt.
Wichtige Unterschiede sind:
- Substantive, die im Britischen auf „-re“ enden, enden im Amerikanischen meist auf „-er“: z. B. centre → center, theatre → theater.
- Substantive und Adjektive mit „-our“ im Britischen enden auf „-or“ im Amerikanischen: z. B. colour → color, honour → honor, favourite → favorite.
- Verben, die im Britischen oft mit „-ise“ geschrieben werden, enden im Amerikanischen auf „-ize“: z. B. organise → organize, recognise → recognize.
- Britisches Englisch behält vielfach den Buchstaben „u“ in Wörtern wie „colour“ oder „favour“, das amerikanische Englisch streicht das „u“.
- Britisches Englisch verwendet oft doppelte Konsonanten bei der Bildung von Vergangenheitsformen, z. B. travelled (BE) vs. traveled (AE).
- Auch Schreibweisen mit Diphthongen wie „ae“ oder „oe“ werden im Amerikanischen oft vereinfacht zu „e“, z. B. aesthetic (BE) vs. esthetic (AE).
Historische Gründe für die Unterschiede
Diese Unterschiede resultieren zum Teil aus historisch verschiedenen Ansätzen. Besonders prägend war der amerikanische Lexikograf Noah Webster, der im frühen 19. Jahrhundert versuchte, die englische Rechtschreibung zu reformieren. Sein Ziel war es, die Schreibweisen zu vereinfachen und sich vom britischen Englisch zu unterscheiden, um die kulturelle und politische Unabhängigkeit der USA linguistisch zu unterstreichen. Webster veröffentlichte Wörterbücher, die viele der heute gängigen amerikanischen Schreibungen standardisierten.
Ein Beispiel: Während das britische Englisch „defence“ schreibt, bevorzugt das amerikanische Englisch „defense“. Solche Unterschiede entstanden aus Webster’s Bemühungen, klarere Regeln in der amerikanischen Orthografie zu etablieren.
Konkrete Beispiele und Vergleiche
| Britisch (BE) | Amerikanisch (AE) | Anmerkung |
|---|---|---|
| colour | color | „u“ fällt im AE weg |
| centre | center | „re“ wird zu „er“ |
| organise | organize | „-ise“ wird zu „-ize“ |
| travelled | traveled | Doppelkonsonant wird im AE reduziert |
| jewellery | jewelry | Vereinfachung bei Wortstämmen |
| metre | meter | Maßeinheit, auch gleich gesprochen |
| cheque | check | Alternative Bedeutungen vorhanden |
| aeroplane | airplane | Vereinfachung des „ae“-Diphthongs |
Häufige Missverständnisse und Stolpersteine
Es gibt Wörter, die im britischen und amerikanischen Englisch zwar unterschiedliche Schreibweisen haben, aber dieselbe Aussprache behalten. Lerner sollten diese Unterschiede kennen, weil falsche Schreibungen in offiziellen Texten oder formalen Kontexten auffallen. Zum Beispiel:
- Analyse (BE) vs. Analyze (AE): Dieselbe Aussprache, unterschiedliche Endungen.
- Programme (BE) vs. Program (AE): In den USA wird „programme“ selten verwendet, außer im Computerbereich.
Ein häufiger Fehler ist die Vermischung der Schreibweisen innerhalb eines Dokuments, was besonders bei Bewerbungen oder wissenschaftlichen Arbeiten unprofessionell wirkt. Wer sich für eine Variante entscheidet, sollte konsequent bleiben.
Praktische Auswirkungen auf das Sprechen und Hören
Obwohl sich die Schreibweisen unterscheiden, ist die Aussprache oft sehr ähnlich. Manchmal beeinflusst die Schreibweise jedoch die Aussprache von Wörtern, etwa bei „aluminium“ (BE: aluˈmɪniəm, AE: ˌælʊˈmɪniəm) oder „schedule“ (BE: ˈʃedjuːl, AE: ˈskedʒuːl). Diese Unterschiede im gesprochenen Englisch sind unabhängig von der Rechtschreibung, ergeben sich aber aus der regionalen Sprachentwicklung.
Für Lernende ist es hilfreich, im Sprechtraining beide Varianten zu hören und gegebenenfalls umzuschalten, je nachdem, ob sie auf britisches oder amerikanisches Englisch abzielen. Aktives Üben mit realen Gesprächssituationen kann hier die Vertrautheit mit den Varianten deutlich erhöhen.
Weitere orthografische Besonderheiten
Neben den bereits genannten gibt es weitere häufige Unterschiede in der Schreibweise, die weniger offensichtlich sind:
- -ogue vs. -og: Britisches Englisch schreibt oft „catalogue“, amerikanisches Englisch „catalog“.
- -ce vs. -se: In Wörtern wie „defence“ (BE) und „defense“ (AE) wechselt die Endung.
- -ll vs. -l bei Verben: Bei der Bildung des Simple Past verdoppelt das britische Englisch häufig den letzten Konsonanten, z. B. „labelled“ (BE) vs. „labeled“ (AE).
Fazit: Wann sind die Unterschiede relevant?
Die Wahl zwischen amerikanischer und britischer Schreibweise hängt stark vom Kontext ab: Im akademischen, juristischen oder journalistischen Bereich existieren oft Vorgaben, welche Variante zu verwenden ist. Für den Alltag oder informelle Konversationen ist die ausschlaggebende Rolle meist geringer, solange Konsistenz gewahrt bleibt und die Kommunikation klar ist.
Lernende, die aktiv sprechen und schreiben, profitieren davon, sich explizit mit diesen Unterschieden auseinanderzusetzen, um peinliche Fehler zu vermeiden und in den passenden Kontexten sicher aufzutreten.
Zusammenfassung: Amerikanisches Englisch tendiert zu vereinfachten, oft kürzeren Schreibweisen, die Noah Websters Reformen im 19. Jahrhundert begründeten. Im Gegensatz dazu bewahrt britisches Englisch traditionellere Formen, vor allem bei Endungen wie „-our“, „-re“ und bei der Konsonantenverdopplung. Diese Unterschiede beeinflussen fast ausschließlich die Schriftsprache, während die Aussprache meist vergleichbar bleibt – außer in wenigen Ausnahmen.
Verweise
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Unterschiede zwischen britischem und amerikanischen Englisch
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Fachartikel schreiben: britisches oder amerikanisches Englisch?