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Gibt es False Friends auch zwischen Deutsch und anderen Sprachen

Falsche Freunde beim Englisch Lernen: Gibt es False Friends auch zwischen Deutsch und anderen Sprachen

Ja, es gibt False Friends auch zwischen Deutsch und anderen Sprachen. False Friends sind Wortpaare aus verschiedenen Sprachen, die sich äußerlich stark ähneln, aber unterschiedliche Bedeutungen haben. Diese gibt es nicht nur zwischen Deutsch und Englisch, sondern auch zwischen Deutsch und anderen Sprachen wie Niederländisch, Französisch, Spanisch oder sogar zwischen verschiedenen Dialekten des Deutschen. Die Ähnlichkeit kann im Schriftbild oder der Aussprache liegen, aber oft haben sie unterschiedliche Bedeutungen, was zu Missverständnissen führen kann. Häufig treten False Friends bei Sprachen auf, die sprachlich verwandt sind oder in engem Austausch stehen, wie Deutsch und Englisch, aber auch bei anderen Sprachkombinationen gibt es zahlreiche Beispiele. 1 2 3 4 5

Was sind False Friends genau?

False Friends sind nicht nur einfache Wortähnlichkeiten. Sie sind besonders tückisch, weil sie bei Sprechern unbewusst falsche Erwartungen wecken. Zum Beispiel könnte ein deutscher Lerner das englische Wort “actual” verwenden und annehmen, es bedeutet “aktuell” (wie im Deutschen), während es tatsächlich “tatsächlich” heißt. Diese scheinbare Vertrautheit führt im echten Gespräch zu Fehlern und Missverständnissen.

Das zeigt, dass False Friends eine besondere Herausforderung für die mündliche Kommunikation darstellen: Selbst wenn man die richtige Aussprache kennt, kann die falsche Bedeutung Gespräche irritieren oder sogar blockieren.

Warum gibt es False Friends?

False Friends entstehen meist durch zwei Hauptwege:

  1. Gemeinsame Herkunft, unterschiedliche Bedeutungen: Viele europäische Sprachen stammen vom Lateinischen, Griechischen oder Germanischen ab. Wörter mit demselben Ursprung haben sich aber in verschiedenen Sprachen unterschiedlich entwickelt. Ein klassisches Beispiel ist das Wort „Sensible“ im Deutschen (empfindlich) und im Englischen „Sensible“ (vernünftig). Dasselbe Wort hat also verwandte, aber nicht identische Bedeutungen.

  2. Falsche Ähnlichkeit ohne gemeinsamen Ursprung: Manche False Friends sind rein zufällig ähnlich oder wurden bei der Übernahme ins Deutsche von Fremdwörtern abgewandelt, die im Original eine andere Bedeutung haben. Auch Lehnwörter können sich in verschiedenen Sprachen voneinander unterscheiden, etwa „Chef“ im Deutschen und „chef“ im Englischen oder Französischen.

Der Grad der Sprachverwandtschaft beeinflusst die Häufigkeit von False Friends. Germanische Sprachen wie Deutsch, Englisch und Niederländisch haben viele gemeinsame Ursprungwörter, wodurch viele False Friends auftreten. Aber auch romanische Sprachen wie Französisch, Spanisch und Italienisch teilen False Friends mit Deutsch, vor allem durch den Einfluss des Lateinischen und der modernen Entlehnungen.

Beispiele von False Friends zwischen Deutsch und anderen Sprachen

  • Englisch: „Gift“ bedeutet im Deutschen „Geschenk“, ist aber im Englischen „Gift“ = „Gift“ (toxisch). Die Verwechslungsgefahr ist besonders groß, da die Aussprache relativ ähnlich ist.

  • Niederländisch: „schattig“ bedeutet auf Niederländisch „niedlich“ oder „süß“, während „schattig“ im Deutschen „beschattet“ heißt, also etwas anderes beschreibt.

  • Französisch: „la veste“ heißt auf Französisch „Jacke“, nicht „Weste“. Damit verweist man auf ein Kleidungsstück, das im Deutschen anders bezeichnet wird, obwohl es sprachlich ähnlich klingt.

  • Spanisch: „bravo“ kann „mutig“ oder „wütend“ bedeuten und nicht nur „brav“ wie im Deutschen, was häufig zu Fehlern führen kann, wenn man die Bedeutung von „brav“ auf Spanisch anwendet.

  • Italienisch: „burro“ bedeutet „Butter“ auf Italienisch, nicht „Bär“ (wie „Bär“ im Deutschen). Die Verwechslungsgefahr liegt hier im komplett anderen Bedeutungsfeld, trotz der ähnlichen Form.

  • Russisch: Das Wort „могила (mogila)“ sieht ähnlich aus wie „Mogul“ im Deutschen, bedeutet jedoch einfach „Grabstätte“. Ein klassischer Fall, wo eine ähnliche Lautform komplett verschiedene Bedeutungen trägt.

Falsche Freunde im Sprachgebrauch: Beispiele aus Alltag und Beruf

False Friends finden sich nicht nur im Wortschatz einzelner Wörter, sondern auch in Fachsprachen oder Alltagssprache, was besonders für Geschäftsleute, Reisende oder Studierende heikel ist.

  • In der Geschäftswelt ist das Wort „Eventuell“ im Deutschen typischerweise als „möglicherweise“ gemeint. Ähnliche Wörter in anderen Sprachen (z. B. Französisches „éventuellement“ oder Englisches „eventually“) heißen aber „schließlich“ oder „letztendlich“. Dieses Bedeutungsdilemma kann in Verhandlungen zu ernsthaften Missverständnissen führen.

  • Im Tourismus gilt das Wort „Hotel“ oft als einfach zu verstehen, aber in manchen Sprachen wird zwischen „Hotel“, „Hostel“ und „Pension“ differenziert. Ein deutscher Lerner könnte im Spanischen „pensión“ falsch als „Pension“ im Sinne von Rente verstehen, was eine andere Bedeutung hat.

Umgang mit False Friends beim Lernen und Sprechen

False Friends sollten bewusst gelernt und geübt werden, da sie oft intuitiv falsch verwendet werden. Dabei hilft es, sich neben Bedeutung auch Aussprache, schriftliche Erscheinung und Beispielkontexte anzusehen.

Aussprache ist wichtig, denn manche False Friends unterscheiden sich deutlich im Klang trotz ähnlicher Schreibweise, z. B. „Chef“ (Deutsch: Vorgesetzter, ausgesprochen [ʃɛf]) vs. „chef“ (Englisch: Koch, ausgesprochen [ʃɛf] oder [tʃɛf]). Wortbetonungen können ebenfalls Hinweise geben.

Auch aktive Gesprächspraxis, zum Beispiel mit einem Tutor oder über KI-gestützte Sprachpartner, beschleunigt den korrekten Umgang mit False Friends, da man bereits in realistischen Dialogen typische Fallen erkennt.

Häufige Fehler und Missverständnisse durch False Friends

  • Verwechslung der Bedeutung: Ein klassischer Fehler ist, dass Lernende das ähnliche Wort aus ihrer Muttersprache fälschlich im Zielsprachkontext übernehmen. So könnte beispielsweise ein Deutscher „Chef“ im Englischen als „Boss“ benutzen und dabei auf Unverständnis stoßen, weil „chef“ im Englischen eher „Koch“ bedeutet.

  • Falscher Gebrauch in der Aussprache: Manche False Friends sehen gleich aus, werden aber unterschiedlich ausgesprochen, was bei Hörverständnis und Aussprache Schwierigkeiten bereitet.

  • Subtile Bedeutungsunterschiede übersehen: Manche False Friends stimmen größtenteils überein, haben aber kleine Bedeutungsnuancen, etwa „sympathisch“ im Deutschen (angenehm, liebenswert) vs. „sympathetic“ im Englischen (mitfühlend). Das Fehlen der Nuance kann Gespräche verwaschen wirken lassen.

False Friends zwischen verschiedenen deutschen Dialekten

Interessant ist, dass False Friends sogar innerhalb der deutschen Sprache zwischen Dialekten vorkommen. So kann ein Wort zwischen Bayern, Berlin und der Schweiz unterschiedliche Bedeutungen oder Konnotationen haben, obwohl es identisch klingt. Das verdeutlicht, wie kontextabhängig Bedeutung ist und dass Vorsicht auch beim Deutschen selbst geboten ist.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass False Friends eine weitverbreitete Herausforderung für alle Sprachlerner sind – nicht nur zwischen Deutsch und Englisch, sondern mehreren Sprachen und sogar Dialekten. Ihre Kenntnis ist essenziell für echte Kommunikationssicherheit im Alltag und Beruf. Konkrete Beispiele helfen, typische Fallen zu vermeiden, und gezieltes Üben, idealerweise mit realitätsnahen Gesprächssituationen, baut die nötige Sensibilität gegenüber diesen Tücken auf.

Verweise