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Wichtigste japanische Höflichkeitsformen für Bewerbungen

Erfolgreiche Vorstellungsgespräche auf Japanisch: Ihre Karriere im Fokus: Wichtigste japanische Höflichkeitsformen für Bewerbungen

Die wichtigsten japanischen Höflichkeitsformen für Bewerbungen umfassen das systematische Verwenden von Keigo (敬語), der japanischen Höflichkeitssprache, die in drei Hauptformen unterteilt ist:

  • Teineigo (丁寧語): Die allgemeine Höflichkeitsform, die im Alltag und bei beruflichen Gesprächen verwendet wird. Verben werden in ます-Form konjugiert, z.B. 「行きます」(ikimasu) anstelle von 「行く」(iku).
  • Sonkeigo (尊敬語): Die respektvolle Form, die verwendet wird, um Personen mit höherem Rang, wie Vorgesetzten oder Kunden, Respekt zu zeigen. Dies beinhaltet spezielle Verbformen und besondere Wörter für Handlungen anderer.
  • Kenjōgo (謙譲語): Die bescheidene Form, mit der man sich selbst oder die eigene Gruppe ausdrückt, um Respekt gegenüber dem Gegenüber auszudrücken.

Tiefere Bedeutung und Anwendung von Keigo im Bewerbungsprozess

Keigo ist nicht nur ein Werkzeug der Höflichkeit, sondern spiegelt auch das tiefe hierarchische Verständnis und die zwischenmenschlichen Beziehungen in der japanischen Kultur wider. Im Bewerbungsprozess zeigt das korrekte Verwenden von Keigo nicht nur Respekt gegenüber dem potenziellen Arbeitgeber, sondern signalisiert auch, dass der Bewerber die japanische Geschäftsetikette beherrscht und sich gut in die Unternehmenskultur einfügen kann.

Ein häufiger Fehler von Ausländern ist die Vermischung von Keigo-Stufen, z.B. die Verwendung von Sonkeigo auf sich selbst oder Kenjōgo auf den Gesprächspartner. Es ist wichtig zu verstehen, dass Sonkeigo für die Handlungen anderer verwendet wird, während Kenjōgo bescheidene Ausdrücke für die eigenen Handlungen sind. Teineigo dient dabei als sichere Grundform der Höflichkeit, die in fast allen Situationen angemessen ist.

Beispiele für typische Formulierungen in Bewerbungen

  • Kenjōgo-Beispiel:
    「弊社に応募させていただきます」
    (Heirsha ni oubo sasete itadakimasu) – „Ich bewerbe mich (bescheiden ausgedrückt) bei Ihrem Unternehmen.“
    Hier zeigt der Bewerber Bescheidenheit gegenüber dem Unternehmen.

  • Sonkeigo-Beispiel:
    「社長がおっしゃった」
    (Shachō ga osshatta) – „Der Geschäftsführer sagte (in respektvoller Form).“

  • Teineigo-Beispiel:
    「よろしくお願いいたします」
    (Yoroshiku onegai itashimasu) – Standardhöflichkeitsform am Ende eines Anschreibens oder Gesprächs.

Das Beherrschen dieser Formulierungen hilft beim Verfassen eines professionellen Bewerbungsanschreibens und bei der Kommunikation im Vorstellungsgespräch.

Formelle Anrede und Namensnennung

Die Verwendung der korrekten Anrede ist ein weiterer wesentlicher Bestandteil japanischer Höflichkeit. Das häufig verwendete 「-san」 als neutrales Höflichkeitssuffix wird für fast alle Personen genutzt, außer in sehr formellen oder ehrerbietigen Situationen, wo 「-sama」 angebracht ist, um besondere Achtung zu zeigen, z.B. bei Führungskräften oder Kunden.

Besonders wichtig ist die konsequente Verwendung des Nachnamens, da Vornamen im beruflichen Kontext normalerweise nur nach ausdrücklicher Erlaubnis benutzt werden. Ein Verzicht auf diese Regel kann als respektlos wahrgenommen werden und den Bewerbungsprozess negativ beeinflussen.

Professioneller Lebenslauf (Rirekisho) und dessen Höflichkeitsaspekte

Im Rirekisho zeigt sich Höflichkeit nicht nur sprachlich, sondern auch visuell. Das Bewerbungsfoto sollte aktuell sein, formell gekleidet (Anzug und dezente Frisur) und einen seriösen Eindruck machen. Darüber hinaus sind die Angaben übersichtlich und ordentlich einzutragen, wobei handschriftliche Lebensläufe trotz Digitalisierung immer noch sehr geschätzt werden.

Fehler wie Durchstreichen, Flecken oder unleserliche Schrift gelten als unhöflich gegenüber dem Arbeitgeber, da sie Nachlässigkeit vermitteln. Stattdessen zeigt eine saubere, gut formatierte Darstellung Respekt und Sorgfalt.

Verhalten und nonverbale Höflichkeit im Bewerbungsgespräch

Neben der Sprache spielt auch das Verhalten eine zentrale Rolle. Das richtige Verbeugen (Ojigi) in unterschiedlichen Graden drückt Respekt aus und dient als nonverbale Kommunikation der Höflichkeit. Ein leichtes, kurzes Verbeugen genügt z.B. bei der Begrüßung, komplexere Formen bei besonderen Dankesbekundungen oder Verabschiedungen.

Phrasen wie „Otsukaresama deshita“ nach dem Gespräch zeigen Anerkennung für die erbrachte Zeit und Mühe des Interviewers. Ebenfalls wird auf eine ruhige, zurückhaltende Körpersprache geachtet, um Bescheidenheit zu vermitteln. Zu viel Gestikulation oder zu lockeres Verhalten gilt als unprofessionell.

Häufige Fehler im Umgang mit Höflichkeitsformen

  • Zu informeller Sprachgebrauch: Zum Beispiel das Verwenden von einfacher Alltagssprache ohne Keigo oder die nicht korrekte Konjugation der ます-Form.
  • Zuviel oder falscher Sonkeigo: Übertriebene Höflichkeit kann unsicher oder unecht wirken. Außerdem muss Sonkeigo auf das Gegenüber bezogen sein, nicht auf die eigene Person.
  • Vornamen ohne Erlaubnis nutzen: Dies kann als respektlos eingestuft werden.
  • Unklare oder unhöfliche Formulierungen im Anschreiben: Beispielsweise zu kurze oder abgehackte Sätze, die nicht die nötige Höflichkeit und Professionalität vermitteln.
  • Unpassende Kleidung oder unordentlicher Lebenslauf: Außere Erscheinung und Dokumentenanschauung sind Teil der Höflichkeitskultur.

Schritt-für-Schritt Anleitung zur höflichen Bewerbung auf Japanisch

  1. Vorbereitung der Dokumente:
    Erstelle einen vollständigen Lebenslauf (Rirekisho) mit aktuellem Foto und einem Anschreiben in höflicher Sprache (keine Aufzählungen, fließender Text).

  2. Verwendung korrekter Höflichkeitsformen:
    Prüfe Anschreiben und E-Mail auf korrekte Nutzung von Teineigo, Sonkeigo und Kenjōgo.

  3. Korrekte Anreden:
    Nutze Nachnamen mit dem passenden Suffix (-san oder -sama) konsequent.

  4. Verhalten im Vorstellungsgespräch:
    Übe Verbeugen und höfliche Floskeln, sowie ruhige, zurückhaltende Körpersprache.

  5. Nachbereitung:
    Bedanke dich nach dem Gespräch schriftlich oder per E-Mail in höflicher Sprache.

Durch dieses strukturierte Vorgehen wird der gesamte Bewerbungsprozess in Japan mit angemessener Höflichkeit und Professionalität gemeistert.


Diese Formen und Umgangsweisen sind in Japan essentiell, um einen guten Eindruck bei Bewerbungen zu hinterlassen und die kulturellen Erwartungen zu erfüllen. 1 2 3 4

Verweise

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