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Welche Ausnahmen gibt es bei der Bildung der Vergangenheit im Japanischen

Japanisch lernen: Zeitformen leicht gemacht!: Welche Ausnahmen gibt es bei der Bildung der Vergangenheit im Japanischen

Im Japanischen gibt es bei der Bildung der Vergangenheit einige Ausnahmen, die man beachten muss:

Unregelmäßige Verben

  • Es gibt drei unregelmäßige Verben, deren Vergangenheitsform von den üblichen Regeln abweicht:
    • する (machen) → した
    • くる (kommen) → きた
    • いく (gehen) → いった (anders als erwartet nicht いきた)

Diese Verben sind deshalb besonders, weil sie in ihrem Stamm (Verbalwurzel) Veränderungen zeigen, die nicht in das Muster der regelmäßigen Gruppen (godan- und ichidan-Verben) passen. Beispielsweise する wird in der Vergangenheit vollständig zu した, was ein historischer Rest aus älteren Sprachformen ist. Das Verb いく verändert sich ebenfalls unregelmäßig, was häufig zu Verwirrungen bei Lernenden führt, da die erwartete Form いきた nicht verwendet wird.

Adjektive-Ausnahmen

  • Bei i-Adjektiven wird die Vergangenheit regulär mit -かった gebildet, z.B. おいしい → おいしかった.
  • Die Ausnahme ist das Adjektiv いい (gut), das von der älteren Form よい abstammt und in der Vergangenheit zu よかった wird, nicht *いかった.

Diese Ausnahme ist wichtig, da いい eines der am häufigsten gebrauchten Adjektive im Japanischen ist. Die Form よかった entspricht also der historischen Sprachentwicklung und wird als feste Vergangenheitsform gelehrt. Lerner neigen dazu, hier fehlerhaft die reguläre Form mit かった anzuwenden, was zu einer nicht idiomatischen Sprache führt.

Höflichkeitsform ます

  • Das Hilfsverb ます bildet die Vergangenheit regelmäßig als ました (z.B. 話します → 話しました).
  • Die Verneinung ist unregelmäßig mit ません, und die negative Vergangenheit mit ませんでした, also nicht mit ない gebildet.

Hier zeigt sich eine Besonderheit der Höflichkeitsform: Während die Verneinung mit ません eine klare Regelmäßigkeit besitzt, ist das Fehlen einer einfachen Vergangenheit mit ない (z.B. *話さないました) ein häufiger Fehler. Stattdessen muss man ませんでした verwenden, was ein zusammengesetztes Verb ist. Für Lernende ist wichtig zu verstehen, dass ます-Formen oft eigenständige Konjugationsmuster haben, die nicht einfach mit der Grundform ersetzt werden können.

Bildung der Vergangenheit bei Verben im Allgemeinen

  • Für die meisten Verben wird die て-Form modifiziert, indem -て durch -た ersetzt wird (bzw. -で durch -だ bei bestimmten Verben).

Dies bedeutet, dass die Bildung der Vergangenheit eng mit der て-Form zusammenhängt:
Beispiel: 飲んで (trinken, て-Form) → 飲んだ (Vergangenheit)
Hierbei werden Regelmäßigkeiten nach Verbgruppen unterschieden (godan vs. ichidan), aber einige Verben machen Ausnahmen aufgrund ihrer Lautveränderungen.


Weitere Ausnahmen bei speziellen Verbgruppen

Verben mit „u“ in der Endung (godan-Verben)

Godan-Verben ändern ihre Endung in der Vergangenheit abhängig vom Endlaut der Grundform:

  • Verben mit Endung -う, -つ, -る bekommen -った
    • 会う → 会った (getroffen)
    • 待つ → 待った (gewartet)
    • 取る → 取った (genommen)
  • Verben mit -む, -ぶ, -ぬ bekommen -んだ
    • 読む → 読んだ (gelesen)
    • 遊ぶ → 遊んだ (gespielt)
    • 死ぬ → 死んだ (gestorben)
  • Verben mit -く bekommen -いた (außer いく wie erwähnt)
    • 書く → 書いた (geschrieben)
  • Verben mit -ぐ bekommen -いだ
    • 泳ぐ → 泳いだ (geschwommen)

Diese Laute sind nicht willkürlich, sondern folgen phonologischen Regeln. Oft sind Lernende versucht, bei -く Verben einfach -いた anzuhängen, jedoch muss man sich die genaue Endung merken, da es Ausnahmen wie いく gibt. Ein häufiger Fehler ist die Anwendung falscher Endungen, z.B. *書いた für ein Verb, das eigentlich mit -いだ endet.


Besonderheiten bei der Verneinung der Vergangenheit

Im Gegensatz zu vielen europäischen Sprachen wird im Japanischen die Verneinung und die Vergangenheitsform oftmals getrennt behandelt. Das heißt, die Verneinung der Vergangenheit kombiniert die zwei Formen und folgt nicht einfach der Umkehr der Zeitform:

  • Negative Gegenwart: 食べない (nicht essen)
  • Negative Vergangenheit: 食べなかった (nicht gegessen)

Diese Form wird regelmäßig gebildet, aber bei Höflichkeitsformen gilt, wie oben erwähnt, eine andere Regel mit ませんでした.

Ein häufiger Fehler ist die Vermischung von Formen wie *食べませんた, die nicht korrekt sind. Hier ist also das Verständnis der Formen wichtig, um korrekte Vergangenheitsverneinungen zu bilden.


Schritt-für-Schritt Anleitung: Bildung der Vergangenheitsform bei Verben

Für Anfänger und fortgeschrittene Lerner kann eine systematische Vorgehensweise helfen:

  1. Verbtyp bestimmen: Godan, Ichidan oder unregelmäßig?
  2. Endung der Grundform prüfen: z.B. -う, -く, -ぐ, -る etc.
  3. Für Ichidan-Verben: Einfach -る durch -た ersetzen
    • 食べる → 食べた
  4. Für Godan-Verben: Endung gemäß Tabelle ersetzen
    • 書く → 書いた
  5. Unregelmäßige Verben extra merken:
    • する → した
    • くる → きた
    • いく → いった
  6. Höflichkeitsform: Verneinung mit ません, Vergangenheit mit ました, negative Vergangenheit mit ませんでした
  7. Adjektive:
    • i-Adjektive: -い durch -かった ersetzen
    • Ausnahme bei いい → よかった

Diese Schritte ermöglichen eine klar strukturierte Herangehensweise, die Fehler minimiert.


Häufige Fehler bei der Vergangenheitsbildung und wie man sie vermeidet

  • Verwechslung bei いく: Nicht いきた sagen, sondern いった.
  • Falsche Vergangenheitsform bei する: Es heißt した, nicht *すった
  • Adjektiv いい: Viele lernen fälschlich おいしかった analog, aber es heißt よかった.
  • Höflichkeitsform-Fehler: Verneinung der Vergangenheit mit ませんでした, nicht mit ない Form plus ました.
  • Unregelmäßige Endungen bei Godan-Verb-Vergangenheit vergessen: z.B. まつ → まった, nicht *まちた.

Die genaue Kenntnis dieser Ausnahmen verhindert Kommunikationsprobleme und sorgt für eine natürlich klingende Sprache.


Diese Ausnahmen sind wichtig für ein korrektes Verständnis der Vergangenheitsbildung im Japanischen. Ein vertieftes Wissen über die verschiedenen Verbgruppen und ihre Besonderheiten hilft sowohl Anfängern als auch fortgeschrittenen Lernenden, die Vergangenheitsformen sicher und korrekt zu verwenden.

Verweise

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