Wie unterscheiden sich die Wortschatzlisten für C1 und C2 im Englischprofil
Die Wortschatzlisten für die Englischprofile C1 und C2 unterscheiden sich hauptsächlich in ihrem Umfang, ihrer Komplexität und der Art des Vokabulars. Die C1-Liste umfasst anspruchsvolles, aber noch recht gebräuchliches Vokabular, während die C2-Liste sehr spezialisierte, seltenere und komplexe Wörter, Phrasen, idiomatische Ausdrücke und kontextabhängige Bedeutungen enthält. Das Projekt zur Erstellung der englischen Wortschatzprofile folgt einer “can-do”-Rationale, die darauf fokussiert, was Lernende tatsächlich wissen und verwenden, basierend auf aktuellen Korpusdaten wie dem Cambridge Learner Corpus. Die C2-Stufe baut auf der C1-Stufe auf und erweitert den Wortschatz um Bereiche, die für höchste sprachliche Präzision und Nuanciertheit notwendig sind. 1
Konkrete Unterschiede im Wortschatzumfang
Der C1-Wortschatz umfasst in der Regel etwa 3.000 bis 4.000 Wortfamilien, die in gehobener Alltagssprache, akademischen Texten und formellen Diskussionen häufig auftreten. Diese Wörter zeichnen sich durch eine moderate Frequenz und klare Bedeutungen aus, die im praktischen Gebrauch für anspruchsvolle Gespräche oder komplexe schriftliche Kommunikation genügen. Beispiele sind Worte wie comprehensive (umfassend), assertive (durchsetzungsfähig) oder ambiguous (mehrdeutig).
Im Gegensatz dazu erstreckt sich der C2-Wortschatz oft auf über 5.000 Wortfamilien und beinhaltet damit auch sehr seltene, fachsprachliche und idiomatische Ausdrücke, die in sehr spezifischen Kontexten auftauchen können, wie juristische, philosophische oder literarische Texte. Beispiele hierfür sind Wörter wie obfuscate (verschleiern), pellucid (durchsichtig, klar) oder idiomatische Wendungen wie to toe the line (sich fügen, sich an Regeln halten). Dadurch ermöglicht C2 eine nuancierte und stilistisch differenzierte Ausdrucksweise, die auch ironische oder metaphorische Sprache einschließt.
Komplexität und Kontextabhängigkeit
Ein wesentlicher Unterschied besteht auch in der Art der Bedeutungen und der Kontextabhängigkeit des Wortschatzes. Während C1-Wörter meist klare, stabile Bedeutungen haben, verlangen C2-Vokabeln häufig ein tiefes Verständnis kontextueller Nuancen, um korrekte Bedeutung allein aus dem Gesprächs- oder Textzusammenhang heraus zu erschließen. So können viele C2-Wörter mehrere, eng verwandte Bedeutungen haben oder figurativ verwendet werden, wobei deren Verwendung stark vom Register oder vom sprachlichen Umfeld abhängt.
Ein Beispiel dafür ist das Wort sanction, das je nach Kontext entweder “Genehmigung” oder “Strafe” bedeuten kann. Auf C1-Niveau lernen Lernende häufig die gebräuchlichere Bedeutung, während C2-Lernende in der Lage sein müssen, alle Konnotationen und damit verbundenen idiomatischen Ausdrücke korrekt zu verstehen und anzuwenden.
Idiomatische und phrasale Ausdrücke
Die C2-Liste enthält deutlich mehr idiomatische Redewendungen und phrasale Verben als die C1-Liste. Idiome wie to throw someone under the bus oder phrasale Verben wie to fizzle out sind zwar Teil der Alltagssprache, treten aber auf höheren Niveaus in komplexeren Gesprächen über subtile soziale oder emotionale Dynamiken auf.
Zudem sind in C2 auch seltenere idiomatische Ausdrücke enthalten, die kulturell tief verwurzelt sind und von Muttersprachlern situativ verwendet werden. Dies erfordert daher nicht nur sprachliches Wissen, sondern auch kulturelles Verständnis, eine Fähigkeit, die für maximale Sprachkompetenz entscheidend ist.
Praxistauglichkeit und Lernstrategien
Die klare Differenzierung der Wortschatzprofile für C1 und C2 erleichtert gezieltes Lernen, basierend auf realen Kommunikationsbedürfnissen. Das “can-do”-Prinzip stellt sicher, dass Wörter und Ausdrücke in den Listen praxistauglich sind — also tatsächlich beim Sprechen, Hören oder Schreiben vorkommen –, nicht nur theoretisch möglich oder selten dokumentiert.
Effektives Lernen am C1- oder C2-Niveau erfordert deshalb ein ständiges Üben in realistischen Situationen, z. B. durch Konversationspraxis oder simulationsbasiertes Training, gerade weil viele C2-Vokabeln stark kontext- und registerabhängig sind. Aktive Wiederholung und Verwendung dieser Wörter in komplexen Situationen ist entscheidend, um die feinen Bedeutungsunterschiede und idiomatischen Nuancen zu verinnerlichen.
Fazit: Wer die C2-Liste beherrscht, spricht nahezu wie ein Muttersprachler
Während C1-Niveau eine solide Grundlage für akademische oder berufliche Kommunikation schafft, impliziert C2 die Fähigkeit, Sprache für differenzierte, präzise und kreative Ausdrucksweisen zu nutzen. Die erweitert komplexe Wortschatzliste zielt auf die seltensten und situativ spezifischsten Ausdrücke und Bedeutungen ab und macht den Sprachgebrauch stilistisch flexibler und kulturell feinsinniger.
Zusammenfassend:
- C1-Wortschatz umfasst gehobenes, aber noch häufig genutztes Vokabular.
- C2-Wortschatz enthält sehr komplexe, seltenere und kontextuell anspruchsvolle Wörter und Ausdrücke.
- Beide Listen basieren auf realem Sprachgebrauch und Korpusforschung und folgen dem “can-do”-Prinzip.
- C2-Wortschatz deckt zusätzlich idiomatische, phrasale und kulturabhängige Elemente ab, die für höchst präzise und nuancierte Kommunikation nötig sind.
- Aktiv praxisorientiertes Üben ist besonders wichtig, um vom C1- zum C2-Niveau zu gelangen und den erweiterten Wortschatz effektiv anzuwenden.
Verweise
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Completing the English Vocabulary Profile : C1 and C2 vocabulary
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A1–B2 vocabulary: insights and issues arising from the English Profile Wordlists project
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Ausdrucksarten – ein neuer Zugang zur Wortschatzvermittlung im DaF-Unterricht
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Features of lexical complexity: insights from L1 and L2 speakers
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ZUM EINSATZ DER STUDY PAGES IN EINEM ZWEISPRACHIGEN WÖRTERBUCH IM DAF-UNTERRICHT