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Welche anderen häufigen falschen Freunde gibt es beim Deutschlernen

Falsche Freunde beim Deutsch Lernen: Welche anderen häufigen falschen Freunde gibt es beim Deutschlernen

Es gibt viele häufige falsche Freunde, die Deutschlernende vor Herausforderungen stellen können. Hier sind einige Beispiele aus verschiedenen Quellen:

Kernbotschaft zu falschen Freunden beim Deutschlernen

Falsche Freunde sind Wörter, die in zwei Sprachen ähnlich aussehen oder klingen, aber unterschiedliche Bedeutungen haben. Beim Deutschlernen führen solche Wörter besonders oft zu Missverständnissen, weil Lernende intuitiv von ihrer Muttersprache auf die deutsche Bedeutung schließen. Die wichtigste Lektion ist, sich frühzeitig mit solchen Begriffen vertraut zu machen und sie in realen Gesprächssituationen aktiv zu üben, um Fehler im Sprechen und Verstehen zu minimieren.

1. Deutsch-Englisch

  • bekommento become: „Bekommen“ bedeutet „to receive“, während „to become“ auf Deutsch „werden“ heißt. Zum Beispiel: „Ich bekomme ein Geschenk“ (I receive a gift) vs. „Ich werde müde“ (I become tired). Ein häufiger Fehler ist zu sagen „Ich bekomme müde“, was nicht korrekt ist.

  • bildento build: „Bilden“ bedeutet „to form“ oder „to educate“, während „to build“ auf Deutsch „bauen“ heißt. „Bildung“ als Substantiv bezieht sich auf Bildung oder Ausbildung, nicht auf Bauwerke.

  • alsas: Im Deutschen wird „als“ verwendet, um einen Vergleich ungleichartiger Größen auszudrücken, z. B. „größer als“, während „as“ im Englischen oft „wie“ entspricht. Beispiel: „Ich bin größer als du“ (not „als du“) vs. „Ich bin so groß wie du“ (equals).

  • alsoalso: Das deutsche „also“ bedeutet „therefore“ oder „so“, ist also eine Konjunktion für Schlussfolgerungen: „Also, wir gehen jetzt“. Das englische „also“ entspricht „auch“. Daher ist „Ich bin also müde“ (meaning „I am therefore tired“) und nicht „I am also tired“.

  • Giftgift: Im Deutschen bedeutet „Gift“ „poison“, ein gefährlicher Stoff. Der englische Begriff „gift“ heißt „Geschenk“. Dieses falsche Freund-Paar kann in Gesprächen kritisch sein: „Das ist kein Gift!“ heißt also „That is not poison!“, nicht „That is not a gift.“.

  • Chefchef: Der deutsche „Chef“ ist der Vorgesetzte oder Boss, nicht ein Koch. Ein „Chefkoch“ wäre in der Gastronomie der Küchenchef. Auf Englisch ist ein „chef“ ein professioneller Koch, weshalb man „Boss“ oder „manager“ für „Chef“ sagt.

  • sensiblesensitive: Das deutsche „sensible“ bedeutet „vernünftig“ oder „sensibel im Sinne von sensibilisiert“, oft „sensibler Umgang“. Das englische „sensitive“ steht für „empfindlich“. Beispiel: „eine sensible Frage“ heißt eher „eine heikle Frage“, nicht „empfindlich“.

  • aktuellactual: „Aktuell“ bedeutet „current“ oder „gegenwärtig“, nicht „actual“ im Sinne von „tatsächlich“. Beispiel: „die aktuelle Situation“ heißt „the current situation“.

  • realisierento realize: Im Deutschen bedeutet „realisieren“ „umsetzen“ oder „verwirklichen“ (einen Plan), im Englischen ist „to realize“ ein plötzlicher Erkenntnisprozess. Beispiel: „Das Projekt wurde realisiert“ heißt „The project was implemented“, nicht „The project was realized (understood)“.

2. Deutsch-Spanisch

  • Ratrata: Während das deutsche Wort „Rat“ einen Ratschlag oder eine Beratung meint, bedeutet das spanische Wort „rata“ eine Ratte (das Tier). Beim Sprechen über „Rat“ im Sinne von „advice“ ist die Verwechslung oft visuell oder auditiv verwirrend für Spanischsprachige.

  • Notiznoticia: Eine „Notiz“ ist eine kurze schriftliche Erinnerung oder eine Notiz in einem Heft, während im Spanischen „noticia“ „Nachricht“ (news) bedeutet. Das führt zu Missverständnissen, wenn man etwa um eine „Notiz“ bittet und der Spanischsprechende an eine „Nachricht“ denkt.

  • eventuelleventually: Im Deutschen bedeutet „eventuell“ „möglicherweise“, also eine Wahrscheinlichkeit. Im Englischen heißt „eventually“ „schließlich“ oder „letzten Endes“, was einen zeitlichen Ablauf beschreibt.

3. Deutsch-Französisch

  • Jalousiela jalousie: Im Deutschen ist die Jalousie ein Fensterladen oder Sonnenschutz (Venetian blind). Im Französischen bedeutet „la jalousie“ Eifersucht, ein Gefühl. Das ist ein klassisches Beispiel, das nicht nur bei schriftlicher Kommunikation, sondern auch beim Hörverstehen zu überraschenden Fehlinterpretationen führen kann.

  • Chancechance: Im Deutschen meint „Chance“ eine günstige Gelegenheit, eine Möglichkeit. Im Französischen bedeutet „chance“ eher Glück oder Zufall. Der Gebrauch unterscheidet sich also kontextuell stark.

  • baldbald: „Bald“ im Deutschen heißt „soon“, während das englische „bald“ „kahlköpfig“ heißt. Dieses Wort ist in der Aussprache ähnlich und kann zu lustigen Verwechslungen führen.

4. Deutsch-Italienisch

  • Barbar: Im Deutschen kann „Bar“ eine Lokalität mit Alkohol meinen, vergleichbar mit einer Kneipe. Im Italienischen ist eine „Bar“ eher ein Café oder Bistro, oft auch tagsüber als Frühstücksort genutzt. Die Erwartungshaltung an den Ort und die angebotenen Getränke oder Speisen unterscheidet sich also.

  • bruttobrutto: Im Deutschen spricht man von „brutto“ im wirtschaftlichen Kontext (Bruttogehalt, vor Steuern), während „brutto“ im Italienischen auch „hässlich“ oder „unansehnlich“ bedeutet. In der Alltagssprache kann diese Doppelbedeutung zu Verwirrungen führen, z.B. bei der Beschreibung von Personen oder Dingen.

  • eventuell: Dieses Wort gibt es auch im Italienischen („eventualmente“), aber die Bedeutung schwingt näher an „gegebenenfalls“ und nicht unbedingt „möglicherweise“. Solche Nuancen sind wichtig für präzise Kommunikation.

5. Verben als falsche Freunde

  • blamierento blame: Im Deutschen bedeutet „sich blamieren“, sich lächerlich machen oder bloßstellen. Im Englischen heißt „to blame“ jemanden beschuldigen. Ein Satz wie „Ich blamiere dich“ klingt im Deutschen wie „Ich mache dich lächerlich“, nicht „Ich beschuldige dich“.

  • fastento fasten: Deutsch „fasten“ heißt, auf Nahrung zu verzichten, vor allem in religiösen Kontexten („Fastenzeit“). Das englische „to fasten“ bedeutet „befestigen“ oder „zumachen“. Zum Beispiel: „Ich faste heute“ (Ich verzichte auf Essen) vs. „Fasten the seatbelt“ (Schnall den Sicherheitsgurt an).

  • werdento wear: „Werden“ bedeutet „to become“ oder „to get“, während das englische „to wear“ „tragen“ heißt. Oft werden diese in Übersetzungen verwechselt, besonders bei Schülern mit begrenztem Wortschatz.

  • aktento act: Im Deutschen ist das Substantiv „Akten“ (Plural von Akte) eine Sammlung von Dokumenten. Das englische Verb „to act“ bedeutet handeln oder spielen (Theater). Eine falsche Übersetzung wäre „die Akten spielen“, statt „Schauspielern“.

6. Besondere Herausforderungen bei Aussprache und Bedeutung

Manche falsche Freunde werden durch ihre Aussprache zusätzlich kompliziert. Beispielsweise klingen „Gift“ (Gift) und „Gift“ (im Englischen als falscher Freund bekannt) gleich, aber haben komplett unterschiedliche Konnotationen, was beim Sprechen zu sofortigem Verständnis- oder Kommunikationsverlust führen kann. Ebenso kann die Betonung bei Wörtern wie „Alpha“ und „Allee“ Missverständnisse verursachen, wenn man sie falsch aussprach.

Ein weiterer Stolperstein sind zusammengesetzte falsche Freunde, bei denen ein bekanntes falsches Freundwort Bestandteil eines längeren Ausdrucks ist, z. B. „Chefkoch“ (Küchenchef) vs. „chef“ (Boss). Solche Unterschiede müssen beim Sprechen trainiert werden.

7. Warum aktive Konversation das Lernen falscher Freunde erleichtert

Studien zeigen, dass das aktive Üben von Sprachspielen und realen Szenarien beim Umgang mit falschen Freunden den Lernerfolg deutlich verbessert, weil sich die Bedeutungen und Unterschiede im Gedächtnis festigen. Passives Lesen oder Hören reicht meist nicht aus, um die feinen Bedeutungsunterschiede sicher abzurufen. KI-Tutoren, Sprachtandems oder Rollenspiele bieten hier in der Praxis schnelle Rückmeldung und festigen die korrekte Verwendung.


Diese erweiterten Beispiele zeigen, wie vielfältig und komplex falsche Freunde beim Deutschlernen sind. Sie stellen eine besondere Hürde für Sprachlerner dar, die gerade in der mündlichen Kommunikation mit Muttersprachlern zu peinlichen Missverständnissen führen können, wenn sie nicht gezielt beachtet werden.

Durch das Lernen nicht nur der Wörter, sondern auch ihrer typischen Anwendung in Sätzen und Redewendungen lassen sich viele dieser Fehler vermeiden und die Kommunikationsfähigkeit deutlich steigern.

Verweise