Welche anderen falschen Freunde gibt es im Französischen
Im Französischen gibt es zahlreiche sogenannte „falsche Freunde“ (faux amis), also Wörter, die im Deutschen oder einer anderen Sprache ähnlich aussehen oder klingen, aber eine ganz andere Bedeutung haben. Hier sind einige Beispiele:
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Jalousie
- Deutsch: Jalousie (Sonnenschutz)
- Französisch: la jalousie (Eifersucht) 1.
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Actuellement
- Deutsch: Aktuell (im Sinne von „zeitgemäß“)
- Französisch: actuellement bedeutet „derzeit“ oder „im Moment“ 3.
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Librairie
- Deutsch: Bibliothek (Ort zum Ausleihen von Büchern)
- Französisch: librairie bedeutet „Buchhandlung“ 3.
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Passer un examen
- Deutsch: Ein Examen bestehen
- Französisch: passer un examen bedeutet „eine Prüfung ablegen“ und nicht unbedingt bestehen 3.
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Collège
- Deutsch: College (Universität)
- Französisch: le collège ist eine weiterführende Schule für Schüler im Alter von etwa 12 bis 16 Jahren 2.
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Décevoir/Déception
- Deutsch: Täuschen/Täuschung
- Französisch: décevoir bedeutet „enttäuschen“, und déception ist „Enttäuschung“ 3.
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Prétendre
- Deutsch: Pretend (so tun als ob)
- Französisch: prétendre bedeutet „behaupten“ 3.
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Affaire
- Deutsch: Affäre (romantisch oder skandalös)
- Französisch: affaires kann einfach „Sachen“ oder „Geschäfte“ bedeuten 2.
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Crier
- Deutsch: Cry (weinen)
- Französisch: crier bedeutet „schreien“ 2.
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Supporter
- Deutsch: Supporten (unterstützen)
- Französisch: supporter bedeutet „ertragen“ oder „aushalten“ 3.
Diese falschen Freunde können leicht zu Missverständnissen führen. Es ist daher wichtig, ihre Bedeutungen im jeweiligen Kontext zu kennen, um Fehler in der Kommunikation zu vermeiden!
Warum sind falsche Freunde im Französischen besonders tückisch?
Falsche Freunde entstehen oft durch die gemeinsame Herkunft vieler Wörter im Deutschen und Französischen, besonders durch das Lateinische oder Französische Lehnwörter im Deutschen. Das kann dazu führen, dass Wortpaare auf den ersten Blick gleich oder sehr ähnlich aussehen, aber sich im Lauf der Zeit in ihrer Bedeutung auseinanderentwickelt haben.
Ein Beispiel ist das französische Wort „actuellement“, das häufig mit dem deutschen „aktuell“ verwechselt wird. Während „aktuell“ im Deutschen oft „zeitgemäß“ oder „modern“ bedeutet, heißt actuellement schlicht „im Moment“ oder „gegenwärtig“. So kann eine Aussage wie « Je prépare actuellement un projet » nicht mit „Ich bereite ein modernes Projekt vor“, sondern „Ich bereite gerade ein Projekt vor“ übersetzt werden.
Im gesprochenen Französisch lässt sich die Verwechslungsgefahr auch durch die Aussprache verstärken, da viele falsche Freunde ähnlich klingen, wenn auch mit anderen Betonungen. Beim aktiven Sprechen hilft daher ein frühzeitiges Bewusstmachen dieser Unterschiede, um flüssigere und klarere Gespräche zu führen.
Weitere wichtige falsche Freunde im Französischen
Neben den bereits genannten gibt es viele weitere häufige Beispiele, die Selbstlerner oder Polyglotten kennen sollten, besonders in Alltagssituationen oder beim Lesen:
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Monnaie
- Deutsch: Moneten / Geld
- Französisch: la monnaie bedeutet „Wechselgeld“ oder „Kleingeld“.
- Tipp: „Argent“ steht generell für „Geld“.
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Sensible
- Deutsch: Sensibel (empfindlich, feinfühlig)
- Französisch: sensible bedeutet „vernünftig“ oder „bewusst“ im Sinne von „sensibel für ein Thema“.
- Achtung: Für „sensibel“ im emotionalen Sinn sagt man eher émotif oder délicat.
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Rentrée
- Deutsch: Rente
- Französisch: la rentrée bezeichnet den „Schul- oder Arbeitsbeginn nach den Ferien“, also das „Zurückkommen“ zur Routine.
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Assister à
- Deutsch: Assistieren (helfen)
- Französisch: assister à bedeutet „bei etwas anwesend sein“ oder „teilnehmen“.
- Für „helfen“ sagt man eher aider.
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Défendre
- Deutsch: Defendieren (verteidigen)
- Französisch: défendre bedeutet auch „verteidigen“, aber in Gesprächen wird es manchmal irrtümlich mit „verbieten“ oder „verteidigen gegen“ verwechselt.
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Blesser
- Deutsch: Blessieren (verletzen)
- Französisch: blesser bedeutet „verletzen“ (emotional oder körperlich). Wichtig ist aber, dass „blessé“ auch ein „Verletzter“ sein kann.
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Once
- Deutsch: Once (einmal)
- Französisch: once bedeutet „Unze“ (Masseinheit) und wird im Alltag kaum verwendet.
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Prune
- Deutsch: Pflaume
- Französisch: prune bedeutet „Pflaume“, aber das Wort wird oft im übertragenen Sinn als „rote Karte“ im Fußball benutzt.
Typische Fehler und ihre Folgen in der Praxis
Ein häufiger Fehler ist das Verwenden von faire un cadeau (ein Geschenk machen) statt machen im deutschen Sinn von „machen“ allgemein. Das Wort faire ist sehr vielseitig, aber durch fehlendes Verständnis der Verben mit „faire“ entstehen Sätze, die für Muttersprachler merkwürdig klingen.
Ein anderes Beispiel betrifft die Verben « signer » (unterzeichnen) und « désigner » (bezeichnen, ernennen). Im Deutschen gibt es ähnliche Wörter, die leicht verwechselt werden. Die Folge sind Satzkonstruktionen, die sachlich falsch verstanden werden können.
Besonders in der gesprochenen Sprache kann die Verwechslungsgefahr unter Stress oder beim schnellen Sprechen zunehmen. Daher ist es sinnvoll, falsche Freunde im aktiven Gebrauch zu üben, etwa indem man typische Phrasen in realistischen Dialogsituationen wiederholt.
Kultureller Kontext: Warum manche falsche Freunde überhaupt erst entstehen
Viele der falschen Freunde sind Überbleibsel historischer sprachlicher Entwicklungen zwischen Französisch und Deutsch. Im Mittelalter und der frühen Neuzeit war Französisch die Sprache der höfischen Kultur und Wissenschaft, wodurch viele französische Wörter ins Deutsche übernahmen — allerdings manchmal mit anderer Bedeutung.
Besonders in Fachsprachen wie Jura, Medizin oder Handel, finden sich daher zahlreiche Wörter, die sich ähnlich lesen, aber im Gebrauch und im Verständnis divergieren können. Beispielsweise bedeutet la préfecture im Französischen nicht einfach eine „Präfektur“ im deutschen Sinn, sondern bezeichnet die örtliche Verwaltung einer Region — das entspricht näher einem Landratsamt oder Bezirksamt.
Wer diesem kulturellen Hintergrund bewusst ist, versteht, warum es sich lohnt, falsche Freunde nicht als bloße Stolpersteine, sondern als Fenster in die Geschichte und vielfältige Bedeutungen der Sprachen zu sehen.
Fazit: Umgang mit falschen Freunden im Spracherwerb
Falsche Freunde sind unvermeidlich beim Lernen von Französisch und ein besonders häufiges Stolperrisiko. Die Kenntnis ihrer genauen Bedeutungen sowie das Einüben ihrer Aussprache und Verwendung in echten Gesprächssituationen helfen, Kommunikationsfehler zu vermeiden.
Ein Tipp aus der Spracherwerbsforschung lautet, falsche Freunde nicht nur zu erkennen, sondern aktiv in kurzen Redewendungen und Dialogen zu üben. So verankert sich die korrekte Bedeutung besser im aktiven Sprachgebrauch, statt nur im passiven Wortschatz zu verbleiben.
Persönliche Fehlererfahrungen mit falschen Freunden gehören zum Lernprozess und bieten wertvolle Gelegenheiten, die Nuancen der französischen Sprache und ihrer kulturellen Prägung besser zu verstehen.